Adipositas: sind die Gene Schuld?

Prof. Dr. Anke Hinney - KJP, Universitätsklinikum Essen

 

WS 1-T 02

 

 

Die Vorstellung, dass das Körpergewicht durch den freien Willen und nach Lust und Laune im gesunden Rahmen gehalten werden kann, hält sich hartnäckig. Wir wollen erarbeiten, ob dies tatsächlich so einfach ist. Wir wissen, dass die Ausprägung des Körpergewichtes durch genetische Faktoren mitbestimmt wird. So haben unlängst Studien an über 300.000 Personen gezeigt, dass ca. 100 genetische Varianten das Körpergewicht nach oben verschieben. Jede einzelne Variante erhöht das Gewicht jedoch nur geringfügig (ca. 100 Gramm bis 1,5 kg). Schon länger wissen wir, dass Varianten in einzelnen Genen einen deutlich stärkeren Einfluss auf das Körpergewicht haben. So sind Träger bestimmter Varianten im Melanocortin-4 Rezeptorgen (MC4R) 15-30 kg schwerer als Kontrollen ohne diese Varianten. Kann man dem Schicksal der adipös machenden Gene (Genvarianten) entgehen? Schwer zu sagen; allerdings gibt es Träger vieler bislang beschriebener adipogener Mutationen, die normalgewichtig bleiben, oder zumindest nicht extrem adipös werden. Wir werden den aktuellen Stand zu den Adipositasgenen erarbeiten.

Ort: Bewegungswerkstatt 1.49 (1. Etage) / Sportinstitut, Gladbecker Str. 182

 

Prof. Dr. Anke Hinney

Prof. Dr. Anke Hinney

KJP, Universitätsklinikum Essen